Von Windhoek in die Kalahari

Vom windigen Eck Windhoek in die Wüste der Kalahari – Ein aktueller Reisebericht von unserer Gastautorin Claudia

Ankunft auf dem Hosea Kutako International Airport Windhoek bedeutet, aussteigen, über das Rollfeld laufen und anstellen am Immigration Schalter, um das Einreisevisum zu bekommen. Das An-und Abflugterminal in Windhoek ist recht übersichtlich. Man findet schnell seinen Tourguide bei Ankunft, ebenso den Mietwagenschalter. An zwei Bankschaltern kann man Geld wechseln falls man noch nicht ZAR aus Deutschland mitgebracht hat. Der Kurs des Namib Dollar entspricht 1:1 dem ZAR.

Ein Besuch in Windhoek

Man erreicht Windhoek über die gut ausgebaute B6 in ca. 30 min und unterwegs begegnen einem schon die ersten Tiere wie Paviane, Perlhühner oder Warzenschweine am Straßenrand. Also: take care beim Selbstfahren.Die Stadt hat derzeit ca. 330.000 Einwohner was 20% der gesamten Einwohnerzahl Namibias entspricht, ist verteilt auf 5.133 km² , und liegt auf ca. 1700m Höhe. Sehenswürdigkeiten im Zentrum Windhoeks sind die Christuskirche, der „Tintenpalast“ (Regierungsgebäude), sowie die „Kaffeemaschine“ (Unabhängigkeitsmuseum) und die Alte Feste. Diese Sehenswürdigkeiten liegen in unmittelbarer Nähe zueinander um die Independence Avenue. Aus der Kolonialzeit stammt der Windhoeker Bahnhof mit dem Transport Museum. Katutura, das Township das zu Zeiten der Apartheid unter dem südafrikanischen Regime zwecks Rassentrennung errichtet wurde, kann heute per Führung oder Fahrradtour erkundet werden. (z.B. mit Katu-Tours)

Der Innenstadtbereich ist recht interessant mit kleinen Cafés und Biergärten, es gibt nette Geschäfte sowie Einkaufsmalls und die Liebhaber von Glitzer und Funkel kommen ebenfalls auf ihre Kosten im „Diamond Works“ im Crafts Center am Sam Nujoma Drive.

Der erste Sundowner, ein Gin Tonic!

Windhoek besitzt als Landeshauptstadt sehr viele Hotels und Guest Houses. Das Hilton im Stadtcenter ist recht auffällig und besitzt eine wunderbare Skybar von der aus man beim traditionellen Gin Tonic den ersten Sundowner genießen kann. Auch das Hotel Thule ist sehr zu empfehlen und wer es etwas mondäner mag ist in der Heinitzburg genau richtig. Das Olive Grove Guesthouse ist eine kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt und hat ein exzellentes Restaurant. Restaurants gibt es ebenfalls in großer Anzahl. Wer es rustikal mag geht z.B.  ins urige Joe’s Beerhouse um sich Kudu, Oryx oder Springbock schmecken zu lassen . Jojo’s  Music and Art Cafe oder The Stellenbosch Wine Bar & Bistro mit seiner großen Weinauswahl sind ebenfalls mit ihrer gehobenen Küche sehr zu empfehlen.

Möchte man außerhalb Windhoeks übernachten bietet sich im Norden die Okapuka Ranch an. Hier ist man trotz Stadtnähe mitten in Afrika und kann auch schon einen ersten Gamedrive über das Gelände der Ranch machen. Abends kommen oft Tierherden auf die Grünfläche des Restaurants zum Grasen oder Trinken. Gegenüber von Okapuka befindet sich die erste und älteste Gästefarm Namibias, Düsternbrook. Auch hier kann man gamedrives auf dem Gelände der Farm buchen.

Richtung Süden, die Kalahari

Nach einem kurzen Akklimatisieren beginnt die Rundreise in Richtung Süden, in die Kalahari. Die erste größere Stadt,  die man auf dem Weg über die B1 erreicht, ist Rehoboth, die Basterstadt. Rehoboth wurde 1870 von Hermanus van Wyk gegründet, der aus der Kapkolonie kam. Der afrikaanse Name Baster bezeichnet die Nachkommen von Khoikhoi Frauen und burischen Immigranten. Sie leben heute von der Rinder-und Schafzucht. Die lutherische Paulskirche ist das Wahrzeichen der Stadt, ansonsten ist ein längerer Aufenthalt nicht lohnenswert. An der B-One-Tankstelle von Rehoboth kann man unter dem Schattennetz die Geschichte der Stadt auf Infotafeln nachlesen.  Weiter geht der Weg auf der B1 in den Süden und man erreicht als nächstes Kalkrand, das ca. 200 km von Windhoek entfernt ist. Hier befindet sich die erste wunderschöne Unterkunft in der Kalahari, die Kalahari Red Dunes Lodge.

Die Red Dunes Lodge und andere Unterkünfte

Die Lodge erreicht man über eine Zufahrtstraße links von der B1 abgehend. Sie besteht aus einem Haupthaus im afrikanischen Stil mit Restaurant, Terrasse und Pool und die 12 Bungalows sind mit Holzstegen verbunden und im Halbkreis um das Haupthaus verteilt. Jeder Bungalow ist individuell gestaltet und einfach nur herrlich. Aufgrund der Zeltwände bekommt man die gesamte Geräuschkulisse der Kalahari mit und schläft dabei ganz wundervoll.An Aktivitäten bietet die Lodge Gamedrives, Wanderwege und Fahrradtouren an. Für mich ist sie die schönste Unterkunft im Kalahari Gebiet.

Etwa 35 km weiter landeinwärts liegt das Kalahari Farmhouse, das ebenfalls zur Gondwana Gruppe gehört. Es besteht aus 11 Bungalows die mit dem Herrenhaus in einem wunderschönen Garten liegen.

Gute Campingplätze in der Kalahari befinden sich auf dem Gelände der Kalahari Anib Lodge und beim Kalahari Farmhouse. Alle Einrichtungen der Lodge und des Farmhouses stehen den Campern ebenfalls zur Verfügung.

 

Was macht einen Aufenthalt in der Kalahari so besonders? Es ist natürlich zunächst einmal der rote Sand, der in allen Schattierungen leuchtet, oft zu Wellen geformt wird und besonders in der Regenzeit unvergleichlich schön ist. Dazu kommen grüne bewachsene Flächen und die Great Karoo: weite Grassteppen, trockene Flussläufe und Baumsavannen. Viele der großen Antilopen sind in der Kalahari zu Hause, ebenso wie Zebras, Strauße und Giraffen. Auch Kalahari Löwen gibt es zu sehen sowie die putzigen Meerkats (Erdmännchen). Oft sieht man auch Siedelwebervogelnester, die wie dicke Pelze auf den Bäumen kleben.

Ein Game- oder Sundownerdrive ist hier ein absolutes Muss, die Stille und Schönheit dieses Landstrichs sind unbeschreiblich. Besonders nach einem Regenguss ist es fantastisch zu sehen, wie schnell die Natur erblüht und Pflanzen ihre grünen Schösslinge durch den roten Sand emporstrecken.

San, die Buschmänner der Kalahari

Die Kalahari ist heute auch das Hauptwohngebiet der San, der Buschmänner, die gelernt haben sich den hier vorherrschenden äußerst schwierigen Lebensbedingungen anzupassen. Sie leben im Familienverbund als nomadische Jäger und Sammler und ernähren sich vom reichlich vorhandenem Wildbestand und den hier vorkommenden Früchten und Wurzeln. Wasser gewinnen sie aus wasserspeichernden Pflanzen und dem Auffangen von Tautropfen.Geführte Buschmann Touren werden allerdings eher im Nord-Osten Namibias bzw. in Botswana angeboten.Im Süden Namibias leben die Stämme noch recht ursprünglich und sie dürfen von Seiten der Regierung außerhalb der Wildreservate nach traditioneller Methode jagen.

Ihr seht, es gibt genug zu entdecken im Gebiet zwischen der „Windigen Ecke“ und der Kalahari und es lohnt sich alle Male einen Stopp in dieser traumhaft schönen Landschaft einzulegen.

In meinem nächsten Bericht fahren wir weiter hinunter in den Süden Namibias bis zum Oranje

Bis dahin totsiens

Claudia

 

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