Gegensätzliches Zimbabwe – Ins Land des ehemaligen Diktators

Liebe wildes Afrika Leser, heute bloggt Maike Bieber, die ihr schon von unserem Canoeing Trip auf dem Sambesi kennt, über Ihre letzte Reise nach Zimbabwe.

Zimbabwe – Pferde und nochmal Pferde!

Die Reise nach Zimbabwe (Zim ist die Abkürzung, die die meisten Zimbabwer nützen) organisierte ich erst, als ich schon in Afrika war. In Tanzania hatte mir eine Frau empfohlen unbedingt Zim zu besuchen und mich auf keinen Fall von der politischen Situation abschrecken zu lassen. Das Land sei sicher und die Menschen sehr freundlich – beides fand ich später bestätigt.

In Zim verbrachte ich 4 Wochen bei Varden Safaris – und es ging darum Pferd zu pflegen und fit zu halten. Ich konnte zwei Reitsafaris (Kopje Tops Lodge und Hwange National Park) begleiten. James Varden gehört zu einem der besten Guides in Zim und war auch Ausbilder und Mentor von Bono Lunga, den ich auf meiner Canoeing Safari später kennen gelernt habe.

Ich lebte einen Teil dieser 4 Wochen allein mit einem Koch und zwei Pferdepflegern auf der Siya Lima Farm, die im Zuge der Unruhen in Zimbabwe von dem ehemaligen Besitzer und Rennpferdezüchter verlassen worden war. Nun standen Safaripferde in den Ställen und wollten bewegt und versorgt werden. Die Farm – ehemals ein Showcase-Farm, die vor dem Zusammenbruch oft in Architekturzeitungen von Zim abgebildet war – liegt in einer traumhaften Landschaft im Norden von Zimbabwe weit weg vom normalen Tourismus. Hier erfahrt ihr mehr über Varden.

Nach einer fantastischen Reitsafari in Hwange National Park hatte ich die Möglichkeit die Victoriafalls zu besuchen – auch ein Must-see!

Dann ging es 4 Wochen ins Low Veld im Süden von Zimbabwe.

Auf einer noch aktiv bewirtschafteten Farm war ich für 3 zahme Elefanten, 10 Pferd und diverses andere Getier zuständig. Ebenfalls ein Erlebnis. Das Ehepaar litt jedoch sehr unter der politischen Situation. Die beiden hatten schon sehr viel Land verloren und befürchteten täglich, dass wieder Menschen kämen, um die Farm an sich zu reißen. Diese unerträgliche Last schlich sich in das private Leben der beiden – die ihren Frust oft aneinander ausließen.

Auch für mich war das sehr anstrengend. So gern ich mit den drei Elefanten im Busch unterwegs war, so froh war ich dann auch, dort wieder abreisen zu können. Die Anspannung war oft unerträglich – aber ich weiß nun ein wenig wie sich die Farmer in Zimbabwe gefühlt haben, die vertrieben wurden. Gleichzeitig lernte ich die Einheimischen in ihrem Hass auf die weißen Farmer verstehen, denn auf der  Farm wurde mit den Angestellten nicht zimperlich umgegangen – ich habe mich oft geschämt als „Weiße“ daneben zu stehen, wenn wieder jemand grob verbal vor allen anderen zusammengestaucht wurde und zwar ohne das man es vorher bestimmt aber freundlich versucht hätte. Mir schoss ein paar Mal das Wort „Herrenrasse“ durch den Kopf. Später lernte ich das Wort „White Privilege“ … das ist auch nicht besser!

Ich wollte danach unbedingt ein „tolles Afrika-Erlebnis“ – hatte ich mich doch in diese Landschaft verliebt. So buchte ich spontan eine 10-tägige Kanusafari auf dem Zambezi. Das hat mich für so einiges entschädigt.

Auf genau diesem Trip lernte ich Bono kennen, der die Tour leitete. Dieses Reiseerlebnis ist in einem anderem Blogbeitrag auf wildes-afrika.de  hier nachzulesen.

 

Kommentar verfassen