Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste

Im Herbst 1935 kommen die beiden Geologen Hello Martin und Hermann Korn nach Südwestafrika. Ihr Auftrag ist im Naukluftgebirge zu forschen und nach Wasserstellen für die Farmer zu suchen. Beide lieben die Namib, nach Deutschland zieht sie nichts zurück. Aufgrund der Probleme in Europa sind sie sich einig: wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste.


1940 ist es dann soweit. Nach Beginn des zweiten Weltkrieges musste Martin und Horn, wie andere Deutsche in Südwestafrika auch, fürchten, als feindliche Ausländer verhaftet zu werden. Zwei Jahre lang verstecken sich die Beiden mit ihrem Hund in der Wüste, schlagen Sie sich als Jäger durch, erleiden Durst und Hunger, kämpfen mit der Hitze und erleben die Einsamkeit. Immer wieder müssen Sie sich in ihrer Höhle vor ihren Feinden verstecken. Nach zwei Jahren erkrankt Korn lebensgefährlich an einen Vitaminmangel. Sie müssen noch vor Kriegsende aufgeben. 

Dieses Abenteuer Buch wurde mir von einem Freund empfohlen. Am Anfang, muss ich zugeben, habe ich mich schwergetan. Die Erzählungen der zwei Jahre in der Wüste haben für mich teilweise ihre Längen. Es dreht sich hier tagtäglich immer um das Gleiche- in der Wüste zu überleben. Trotzdem hat mich das Buch fasziniert. Daher motivierte ich meine Familie den Ort, an dem die beiden zwei Jahre lang in der Höhle gelebt hatten, aufzusuchen. Auf unserem Weg, von Sesriem kommend Richtung Walvis Bay, liegt das Versteck im Kuiseb Canyon. Die Fahrt geht durch Geröllwüste und alle paar Kilometer wird es kurviger und einsamer. Na ja einsamer? Was ist eigentlich die Steigerungsform von EINSAM? Die Gegend ist eine sehr trockene Region in der nur ein paar Sträucher wachsen. Sobald wir aussteigen sind wir von Fliegen umzingelt die sich über ein Lebewesen freuen. Hier ist die Grenze zwischen der Wüstennamib und der Dünennamib. Wir haben die Erongo Region erreicht. Während unserer Fahrt habe ich Fridolin und den Kids von unserem Ausflugsziel erzählt. Das Abenteuer Fieber hatte uns gepackt. Kurzfristig! Als wir endlich an der Abzweigung ankommen und auf den Platz vor das Schild rollen, zeigte das Thermometer fast 43 Grad. Hot, hotter, hottest ! Soviel zu der Frage Steigerung von Adjektiven.


Die Motivation ist groß, trotz der Hitze. Der Weg ist einsam und das Gefühl wie es den Zwei so ergangen sein muss, holt uns ein. Es giebt nur einen wichtigen Unterschied, wir konnten nach 1 Stunde die Entscheidung treffen umzukehren. Bis zu dem Höhlenversteck haben wir es leider nicht geschafft. Der kleine Ausflug hat uns gezeigt, dass wir vor dieser Leistung, zwei Jahre in der Wüste zu überlegen, nur den Hut ziehen können.

Was am Schluss noch zu helle Begeisterung führte, war, dass der ganze Boden des „Parkplatzes“ mit Rosenquarz bedeckt war. Das war uns beim Aussteigen, mit unserem Plan zur Höhlenerforschung, gar nicht aufgefallen. Topas und Rosenquarz gehört in dieser Gegend zu den häufigsten Schmuckstein- Mineralien. Eifrig stopften wir uns die Taschen voll. Dass wir in diesem Moment nicht daran dachten, wie wir diese zusätzliche  Gewicht mit nach Hause bekommen sollten, versteht sich glaube ich von selbst ?.

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