Boxing Days zu Weihnachten

Was Boxen mit Weihnachten in Afrika zu tun hat.

„Wie wird eigentlich Weihnachten in Afrika gefeiert?“ fragte mich letztens mein Sohn. Gute Frage dachte ich. Da wir ja schon mal in Südafrika Weihnachten gefeiert haben, erinnerte mich dass der Heiligabend am 24.12 keine größe Rolle spielt. Der 25.12. hingegen wurde damals in Südafrika gefeiert. Ein Grund mehr mal zur recherchieren wie es in Afrika läuft.

In Südafrika findet Weihnachten am 25. und 26. Dezember bei hochsommerlichen Temperaturen statt. Dennoch ist das Fest sehr westlich geprägt. Weihnachtsbäume sind weit verbreitet. Neben den klassischen Tannen werden auch Affenbrot-Bäume (Baobab-Baum) oder Platik- bwz. Drahtbäume festlich geschmückt. Traditioneller Christbaumschmuck, Weihnachts- und Wintermotive sowie Nikolausmützen sind üblich. Der Weihnachtsmann legt die Geschenke unter den Baum oder in die Strümpfe. Chöre und Weihnachtsbands ziehen bei Kerzenlicht durch die Straßen und singen Weihnachtslieder. Kinder stellen die Weihnachtsgeschichte pantomimisch dar. Am Weihnachtsabend findet eine Messe statt, bei der Weihnachtslieder gesungen und Geschenke zu Ehren Jesus niedergelegt werden. Auch am Weihnachtstag besuchen viele Südafrikaner die Kirche, bevor es Geschenke und ein Festessen im Kreis der Familie und der Freunde gibt. Häufig wird das Fest draußen in der Natur bei einem Picknick oder am Strand bei einem Grillfest, auch „Braai“ genannt, verbracht. Traditionelle Speisen sind Truthahn oder Ente, Roastbeef oder Spanferkel, gelber Reis mit Gemüse und Rosinen. Als Dessert gibt es Christmas Pudding, Malva Pudding oder Mince Pies mit Vanillesause oder Eis.

Toll sind auch die vielen bunten "Knalltüten" die auf keinem Weihnachtstisch fehlen dürfen.
Toll sind auch die vielen bunten „Knalltüten“ die auf keinem Weihnachtstisch fehlen dürfen.

Am 26. Dezember, dem sogenannten „Boxing Day“, verteilen viele Südafrikaner Kartons mit Nahrungsmitteln, Süßigkeiten und weiteren Geschenken an die arme Bevölkerung – verpackt in so gennannten Boxes. Auch Haushaltshilfen, Müllmänner und Briefträger bekommen an diesem Tag eine kleine Aufmerksamkeit. Neben den westlich geprägten Bräuchen, folgen viele einheimische Volksstämme ihren eigenen weihnachtlichen Traditionen. So werden bei den Zulus und den Xhosa am 24. Dezember Ochsen, Schafe, Schweine oder Hühner geschlachtet, die am Weihnachtstag dann mit der Dorfgemeinschaft bei selbst gebrautem Bier und Maisbrei verspeist werden. Bei anderen Stämmen werden Medizinmänner aufgesucht, es wird gemeinsam im Meer gebadet oder der Frühjahrsputz gemacht.

Was immer wieder für Begeisterung bei unseren Kids sorgt, sind die sogenannten Christmas Cracker! Sie sehen aus wie ein großes Bonbon und enthalten kleine Überraschungen. Eine Papprolle ist mit Geschenkpapier umwickelt. Dazwischen befindet sich Zundstreifen. Zieht man nun an beiden Enden öffnet sich das „Knallbonbon“ und gibt seinen Inhalt preis. Erfinder der Knaller war der Engländer Tom Smith, der um 1900 jährlich 11 Millionen Cracker produzierte.

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Am Boxing Day waren wir selbst Zeuge ausgelassener Fröhlickeit am Meer in Kleinzee.

Weihnachtsinfo’s zu Äthiopien, Ghana, Liberia, Kongo, Nigeria und Westafrika habe ich auf der Blogseite one gefunden.

Hier aber persönliche Eindrücke unserer Freundin Sabine, die selber das Glück hatte in Accra, Ghana mit der Gemeinde Weihnachten feiern zu dürfen. Mehr zu Sabine findet Ihr hier.

Weihnachten in Ghana

bildschirmfoto-2016-11-30-um-15-08-17In Accra sieht man überall, dass Weihnachten vor der Tür steht. Hier ist die Bevölkerung auch zum großen Teil christlich. Überall in den Restaurants, vor der Accra Mall und in den Hostels stehen Weihnachtsbäume. Weihnachtslieder sind an vielen Stellen zu hören. Wir wohnen einem Festakt der chinesischen Handelskammer bei, die dem Waisenhaus in Langbinsi große Sachspenden zukommen haben lassen – hier wird „Hark, the herald angels sing – glory to the new born king … “ gesungen. Später ertönt „Stille Nacht – heilige Nacht“ . Im Kontrast dazu gibt es eine afrikanische Tanz- und Trommelgruppe. Alles steht einfach nebeneinander … Am 23.12 bin ich von Accra mit dem STC Bus von Accra nach Tamale gefahren (11 Std.) – einen Großteil der Zeit mit Weihnachtsmusik.

Heilig Abend bin ich an meinem Zielpunkt in Langbinsi am Nachmittag angekommen. Hier leben zum Großteil Muslime. Meine Gastfamilie ist jedoch christlich und ein Mitglieder der Kirche „Assemblies of God“. Wir waren abends in der Kirche. Ein Gottesdienst dauert hier zwei bis drei Stunden. In Accra sieht man überall, dass Weihnachten vor der Tür steht. Hier ist die Bevölkerung auch zum großen Teil christlich. Überall in den Restaurants, vor der Accra Mall und in den Hostels stehen Weihnachtsbäume. Weihnachtslieder sind an vielen Stellen zu hören. Wir wohnen einem Festakt der chinesischen Handelskammer bei, die dem Waisenhaus in Langbinsi große Sachspenden zukommen haben lassen – hier wird „Hark, the herald angels sing – glory to the new born king … “ gesungen. Später ertönt „Stille Nacht – heilige Nacht“ . Im Kontrast dazu gibt es eine afrikanische Tanz- und Trommelgruppe. Alles steht einfach nebeneinander … Am 23.12 bin ich von Accra mit dem STC Bus von Accra nach Tamale gefahren (11 Std.) – einen Großteil der Zeit mit Weihnachtsmusik.

Heilig Abend bin ich an meinem Zielpunkt in Langbinsi am Nachmittag angekommen. Hier leben zum Großteil Muslime. Meine Gastfamilie ist jedoch christlich und ein Mitglieder der Kirche „Assemblies of God“. Wir waren abends in der Kirche. Ein Gottesdienst dauert hier zwei bis drei Stunden. Es wird getanzt, gesungen, es gibt einige Prediger, einen Pastor, zum Teil wird wild durcheinander geredet. Ein Mann spielt Schlagzeug. Der Gottesdienst findet zum Teil in Englisch und zum Teil in Mampruli (der einheimischen Sprache) statt. Man versteht wenig, doch der Spirit ist auch ohne dies spürbar. Es gibt keine Songbooks zu den Liedern – viele Gemeindemitglieder können auch gar nicht lesen. Am 25.12 waren wir ebenfalls in der Kirche. „Church is fun“ in Ghana!

Als Weihnachtsgeschenk bringt man zu Freunden, Bekannten und Verwandten Speisen vorbei – noch im Kochtopf – und besucht sich gegenseitig. Zusammen gegessen wurde jedoch nicht. Alternativ zum Essen kann auch eine Cola, Fanta oder ein Sprite, gekaufte Waffeln ausgegeben werden. Man wünscht sich gegenseitig schöne Weihnachten und bleibt eine halbe Stunde für ein Gespräch. Eine Familie kam mit einem Huhn vorbei. Mein Gastvater hat zu Weihnachten eine Ziege gekauft, die jedoch nicht zu diesem Zeitpunkt geschlachtet wurde.

Es gibt große regionale Unterschiede zum Schenken zwischen dem ländlichen und städtischen Bereich. In der Stadt schenkt man sich zu Weihnachten Kleidung, Bücher oder Kosmetikartikel. Auf den Bildern: Weihnachtsbäume noch ungeschmückt in Accra und als Gastgeschenk ein Huhn unter dem Arm.

Das Wichtigste für alle ist jedoch in die Kirche zu gehen und die Geburt des Erlösers zu feiern!

Weihnachten in Simbabwe

Für viele Simbabwer beginnt Weihnachten, das offiziell am 25. Dezember gefeiert wird, mit der morgendlichen Messe. Es wird gebetet, getanzt und viel gesungen. Dabei trägt man die beste bzw. neue Kleidung. Nach der Messe werden ausgelassene Feste gefeiert. Die Menschen gehen von Haus zu Haus und besuchen Familie, Freunde und Nachbarn. Sie wünschen sich gegenseitig frohe Weihnachten, essen zusammen und tauschen Geschenke aus. Viele stellen vor ihrer Haustür Musikanlagen auf und machen laute Musik. Neben Weihnachtsliedern werden afrikanische Lieder und aktuelle Pop Hits gespielt. Viele dekortieren nur das Wohnzimmer. Einige Familien haben eine geschmückte Tanne als Weihnachtsbaum, dekorieren den Raum traditionell aber auch mit Efeu. Die Kinder glauben, dass die Geschenke unter dem Baum der Weihnachtsmann gebracht hat. Das Weihnachtsessen, für das schon Monate in Voraus Vorräte gesammelt werden, besteht aus gegrilltem Ochsen, Ziege oder Huhn mit Reis, Brot oder Maismehlbrei und Gemüse. Dazu gibt es Marmelade, Tee und Zucker. Nach dem Essen wird der Rest des Tages in entspannter Atmosphäre verbracht. Es werden Geschichten erzählt, Gospels gesungen und zusammen gebetet.

Aber wie sieht es im südlichen Afrika aus? Nach einigem Suchen bin ich fündig geworden im Blog Subsahara-Afrika-ihk. Hier wird folgendes berichtet:

 

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