Ein Besuch in Khayelitsha, dem größten Township Südafrikas

Wir fuhren letztens an Khayelitsha, dem größten Township vorbei, als ich den Beitrag von Biggi in Facebook entdeckte.

Wir starten mit unserem Ubomi, wer kann helfen?

Da kam mir der Gedanke einen Blogbeitrag zu schreiben, um die Ubomi Aktion zu unterstützen. Biggi und ich traten in einen intensiven, sehr netten Austausch. Meine Familie und ich entschlossen uns spontan Biggi und das Ubomi Team in Khayelitsha, nahe Kapstadt zu besuchen. Es war ein gelungendes Treffen! Wir lernten das Team kennen, bekamen einen sehr guten Überblick über die Ubomi Idee, konnten viele Fragen stellen und wurden herumgeführt. Hier findet Ihr einige Fragen an das Ubomi Team, die auch Euch einen guten Überblick geben werden. Wir sagen Danke und liebe Grüße an Biggi, Thomas, Khosi und die Kids!

Bilder im Uhrzeigersinn: Logo, Zukünftiger Ubomi Platz neben der Schule, das Ubomi Team, wir trotzen dem Wind- Selfie unseres Besuchs

Zwei Kontinente – ein Team!

Wer ist das Ubomi Team? Bitte stellt Euch kurz vor.

Wir sind ein deutsch-südafrikanisches Team, das sich für die Kinder in Khayelitsha einsetzt. Einige von uns leben selbst im Township, andere in Deutschland. Alle engagieren wir uns beruflich seit langem für Kinder und Jugendliche oder benachteiligte Menschen in den afrikanischen Townships. Jeder von uns bringt daher langjährige Erfahrung, viele Kompetenzen und ein tragfähiges Netzwerk in dieses Projekt ein. Mit vereinten Kräften wollen wir die Kinder im Township unterstützen und ihnen Perspektiven eröffnen. Zu den Personen findet Ihr hier mehr.

Ubomi: eine Chance für Kinder. Was ist Eure Idee/ Euer Projekt?

In Khayelitsha, dem größten Township Südafrikas, leben etwa eine Million Menschen. Noch immer herrschen – wie in allen Townships – Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Am meisten leiden darunter die Kinder. Für sie kann von Chancengleichheit keine Rede sein: Vielen Kindern mangelt es elementaren Dingen wie Nahrung, Schlafplätzen und Gesundheitsvorsorge, sie sind fast immer auf sich gestellt und verbringen ihre ganze Zeit auf der Straße. Viele andere sind verwaist und müssen sich ganz allein durchs Leben schlagen. Hier in Khayelitsha eröffnen wir im Januar 2017 das erste Ubomi – ein Haus der offenen Tür für Kinder. Ubomi ist Xhosa und bedeutet „Leben“. Im Ubomi bekommen die Kinder eine Chance auf (Über-)Leben: ein warmes Essen, Hausaufgabenbetreuung, Life-Skill-Trainings sowie Spiel-, Sport- und Kulturangebote.

Für und mit den Menschen im Township. Wie geht es dann weiter?

Unserem ersten Ubomi sollen schnell weitere folgen. Wie Inseln sollen die Häuser zentral in den Township-Gemeinschaften (Communities) mit fünfzig bis hundert Familien wirken. Die Anbindung an die Township-Communities ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor – sowohl bei der Planung als auch beim Betrieb: Ziel ist, die Menschen vor Ort ihren Kompetenzen entsprechend zu schulen und in die Arbeit einzubinden. So kann die Betreuung und die Versorgung der Kinder im Ubomi von dafür qualifizierten Township-Bewohnern übernommen werden.

Wie wollt ihr das erreichen? Was ist schon getan?

Wir suchen geeignete Partner in den Communities der Townships und arbeiten hier sehr eng mit den  Schulen (school coverning bords) sowie mit den street communities zusammen, um die ubomi-Häuser zu errichten Wir starten gerade mit unserem ersten ubomi-Haus hier in Khayelitsha, dass für weitere als Leuchtturmprojekt dienen soll. Hier haben wir bereits eine angrenzende Fläche zur Primary School bekommen und sitzen mit den Zuständigen school corvering bord und der street community zusammen, um die Umsetzung von ubomi gemeinsam anzugehen.

Was sind Eure nächsten Schritte?

Unser zentrales Thema ist die (Weiter-) Entwicklung des ubomi-Konzeptes mit den zuständigen Organisationen, ebenso wie mit geeigneten lokalen Partnern. Hierzu treffen wir uns zum Beispiel mit einem „Gardening Project“, einer Zirkusschule und einer Organisation für Education.

Was war bis jetzt Eurer Highlight und gab es etwas was Euch zur Verzweiflung getrieben hat?

Ein echtes Highlight ist für uns die unglaubliche Unterstützung von allen Seiten, insbesondere die unseres Partners „Die Jugendherbergen im Nordwesten“, sei es medial, finanziell und auch mit all den persönlichen Teilnahme und dem Herzblut aller an unserem Projekt.

Ganz besonders war für uns der Moment, als wir das Haus und das Grundstück an der Primary School sicher wussten und somit der Stein ins Rollen kommen konnte.

Unser aller persönliches Highlight ist unsere gemeinsame WG hier in Khayeltisha, die für uns Herzensarbeit und Familie zugleich vereint.

Verzweiflung? It always seems unpossible until it is done (Nelson Mandela)

Was glaubt Ihr ist das Wichtigste für die Kinder vor Ort?

Das wichtigste für die Kinder ist erstmal Essen und Fürsorge. Das ist das Erste, das wir Ihnen geben möchten. Darüber hinaus möchten wir ihnen Angebote machen, die ihnen helfen Kind zu sein und sich gesund zu entwickeln.

Wie kann man Euch am Besten unterstützen?

Wir freuen uns sehr über jede Spende und jede Patenschaft verschafft uns Planungssicherheit, so dass wir langfristig den Kindern hier helfen können.

Es hilft auch schon sehr, wenn sich viele Menschen für unser Projekt interessieren. Somit ist für uns auch jedes Liken und Teilen unserer facebook-Seite hilfreich.

Wenn Ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet Ihr Euch wünschen?

Chancengleichheit für alle und dass der Kreislauf von Perspektivlosigkeit mit allen Konsequenzen durchbrochen wird, so dass auch die Kinder hier gesund und sicher aufwachsen können und das Leid ein Ende findet.

Zum Schluss noch zwei persönliche Fragen an Biggi, Du wohnst aktuell in Khayeliths.

Wie erlebst Du als Gast die Townships? Was möchtest Du uns mit Deiner Erfahrung mit auf den Weg geben?

Biggi hat dazu mit Ihren Kollegen einen Artikel über das Leben mitten in den Township auf der Ubomi Seite geschrieben. Für alle Interessierten: DIE „UMLUNGUS“ IM TOWNSHIP“, den Artikel findet Ihr hier!

 

 

 

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