Vom Aussterben bedroht – Indigene Völker im MUCA München

Erstmalig zeigt das MUCA Museum in München eine große Fotoausstellung von dem bekannten britischen Fotograph Jimmy Nelson.

Der weltweit für seine Fotos von indigenen Völkern bekannte britische Fotograph zeigt in der eigens für das MUCA zusammengestellte Ausstellung auch bisher noch unveröffentlichte Werke.  Auch Bilder aus dem afrikanischen Kontinent sind dabei. Also ein klares „Must See“ für die Leser vom „wilden Afrika“. Namibia, Äthiopien, Kenia, Tansania, Tschad, Somalia sind die Länder, die aus Afrika vertreten sind.

Ein Besuch im MUCA München

Wir trafen uns an einem Sonntag zum Besuch der Ausstellung. Babette, unser immer gerne gesehene Gastautorin, Liesel (Oma Gastautorin Großeltern auf der Gardenroute) und wir Drei vom wilden Afrika Blog Fabian, Florian und Elke.

Insziniert oder nicht? Eine kontroverse Diskussion

Mit seinem Bildband „Before They Pass Away“ erinnert Jimmy Nelson an indigene Völker, die kurz vor dem Aussterben stehen. Nach seinem Empfinden fallen darunter auch die Himba in Namibia, die Waorani in Ecuador oder die Ureinwohner Vanuatus. Die Porträts sind beeindruckend, wirken jedoch inszeniert. Diese Kritik kommt auch von führenden Vertretern der Volksstämme – und von Stephen Corry, Direktor der Hilfsorganisation Survival, die sich um indigene Völker kümmert. „Mein Volk ist immer noch stark und wir kämpfen für unsere Freiheit. Wir sterben eben nicht aus, sondern werden von indonesischen Soldaten umgebracht. Das ist die Wahrheit“, sagte der Anführer Benny Wanda des Dani-Volkes aus Papua-Neuguinea .

Nelson selbst weist die Kritik zurück.

Der Guardian zitiert ihn mit den Worten: „So sehe ich die Welt. Ich möchte damit die Vielfalt und Wichtigkeit indigener Völker betonen. Ja, es ist idealistisch. Indigene Völker werden oft als verarmt dargestellt (von Organisationen wie Survival). Aber sie sind wohlhabend und stolz. Es geht nicht nur um materiellen Besitz. Ich habe mit meinen Bildern eine sehr persönliche, ästhetische Perspektive gewählt. Und unterschiedliche Menschen können die interpretieren, wie sie wollen.“ (Süddeutschen vom November 2014)

Unser Fazit

Fabian fand die Ausstellung interessant, besonders wie die Völker leben und sich dem Mainstream entziehen. Florian meinte, ihm haben die Orte gut gefallen und die Menschen, hinten denen eine Geschichte steht. Außerdem war er von der Qualität der Bilder beeindruckt. Auch Oma Liesel hat die Ausstellung zugesagt. Viele Bilder ausdrucksstark, andere deprimierend. Lendenschutz und Maschinengewehr auf einem Bild.

Ich selber war ebenfalls von den Bilder angesprochen. Wir haben uns die Zeit genommen, mit dem Bilderband auf der Bank sitzend, die Länder, Menschen, Bräuche… auf uns wirken zu lassen.  Wunderschöne und beeindruckende Fotos in lässiger Location. Die Bilder, so Babette, wecken Fernweh. Manche der Protagonisten sind allerdings auch furchteinflössend. Auf jeden Fall sehenswert, meint Babette. Auch ich finde, die Ausstellung, klein und fein, ist ein Besuch wert. Vielleicht ein Generationsausflug wie bei uns. Mit Großmutter, Mutter, Enkel, Kinder und Freundin gab es anschließend gute Gespräche im Museum Cafe.

Die Ausstellung geht noch bis zum 4. März 2018 im MUCA Museum, DEUTSCHLANDS ERSTES MUSEUM FÜR URBAN ART in der Hotterstraße 12 80331 München, Eintritt 5 Euro

Meine erstanden Postkarten aus dem MUCA Museeum, Bilderquelle Jimmy Nelson

 

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