Kayaking Hermanus – Wo Seehunde chillen

Unser erstes Kayaking in Simon’s Town hat uns so begeistert, dass klar war: gleich nochmal!

In unserer Planung war nach Kapstadt Hermanus das nächste Ziel – also habe ich noch in Cape Town für unseren Sohn und mich eine Kayak Tour in Hermanus bei Percy Tours angefragt.
Keine 2 h später hat mir Tanya Malan sehr nett geantwortet: Treffpunkt für unseren Ausflug ist um 8h am Old harbour in Hermanus. Die Tour dauert ca 2h für 400Rand pro Person erst an der Küste entlang und dann je nach Entdeckung…..wir freuen uns total und sind gespannt.

Das Meer ist zu wild…

Montag morgen erstmal kleine Enttäuschung: wir bekommen eine Mail von Tanya – das Meer ist zu wild. Aber dafür starten wir am nächsten Morgen. Pünktlich um 8h sind wir bei wolkenfreiem Himmel und wundervoller Morgenstimmung am Treffpunkt, direkt unterhalb vom Parkplatz im Town Center von Hermanus in der Bucht am alten Hafen. Es erwartet uns unser Guide Riaan und ein Paar aus Australien. Es gibt eine kurze Einweisung und ich bin froh, daß uns Terry in Simon’s Town so gut vorbereitet hat. Denn hier ist das der einzige Minuspunkt: wer noch nie in einem Kayak gesessen ist, erfährt hier zu wenig.
Wir machen uns in Flip Flops, Sportsandalen, Badeanzug , bzw Badehose und Schwimmwesten auf in unsere Kayaks, die am Ufer der Bucht auf uns warten.
Quelle Percy Tour Hermanus

Gekuschelt wird nicht!

…und da war der große Unterschied zu Simon’s Town.Sichtbar und spürbar: keine Kuschelei am Ufer des Meeres entlang. Sondern erstmal aus der von riesigem Seegras bewachsenen Bucht herauspaddeln, gegen eine echt starke Strömung. Über die starken Seegrasblätter, die die Wasserfläche bedecken, und die durchaus – in meinen Augen – schon beeindruckenden Wellen.
Nicht zuletzt bin ich geflasht von der unglaublichen Weite des indischen Ozeans! Ich fühle mich winzig und etwas verloren –  und bin echt froh, daß ich nicht alleine  im Kayak sitze , sondern mit Florian. Außerdem übernimmt er gerne mal das Paddeln und ich kann faul genießen,  in Ruhe staunen ohne mich aufs Kayakfahren konzentrieren zu müssen.
Riaan paddelt voraus und weiß viel über Fauna und Flora. Er hat uns immer im Blick. Kaum aus der Bucht,  geht es parallel zur Küste, sprich: rechts von uns wilde, zerklüftete Felsformationen an der Küste, wo sich beeindruckend hohe Wellen brechen. Links und vor uns – weites, offenes Wasser, wo sich die Morgensonne spiegelt: einfach nur schön – der Genuß beginnt!
Wir erfahren, daß Seegras viel Gelantine enthält. Wir dürften ruhig Mal dran knabbern und dass sich in den Buchten, direkt am Ufer, zu sehr früher Morgenstunde gerne Delphine tummeln. Warum? Weil es dort sandig und v.a. warm ist. Daher kommen im Frühjahr auch die Wale!
Quelle: Percy Tour Hermanus

Einmal chillen bitte…

Unser Guide kommt ins schwärmen – auch ihm ist seine Begeisterung für sein Zuhause anzumerken! Und dann führt uns Riaan zu einem Treffpunkt für Teenager: “ They come here to chill and grow – when they are mature enough and stop fighting with the bulls, they go back to their family on the other side of the bay ..“:
Wir trauen unseren Augen kaum, als wir in unseren Kayaks plötzlich von mindestens 15 höchst aktiven, jungen Seehunden umzingelt sind, die unter uns durchtauchen, miteinander toben und ihre goldigen Gesichter aus dem Wasser strecken. Was für ein Glücksgefühl, diese Tiere hier so nah zu sehen und erleben………!
Wir bleiben einfach an Ort und Stelle und sind noch ganz hin und weg – da präsentiert sich die nächste Überraschung des Morgens: in ca 200 m Entfernung am Horizont springen wirklich Dutzende von Delphinen silbrig glänzend aus dem Wasser und ziehen an uns vorüber Richtung offener Ozean….

Die Angst verliert sich vor Begeisterung

Was soll ich sagen? Wir sind überwältigt und berührt! Angst ob der Tiefe unter uns ( „….you could build a building of nine floors here…“) oder der mittlerweile relativ starken Wellen hat keiner mehr. Wir sind ganz still und geniessen das unwirkliche Spektakel…..Dann  paddeln wir  ca 2 km von der Küste entfernt auf der offenen See der Sonne entgegen Richtung Old harbour zurück.
Auf dem Rückweg hören wir Rufe, die uns an das Muhen von Kühen erinnern – und entdecken noch ein paar Meeresbewohner, die plötzlich links und rechts von unseren Kayaks auftauchen, genüsslich auf dem Rücken liegend wie in der Badewanne: Pinguine! Wir können unser Glück kaum fassen: was für eine Glückstour!!!! Eine Weile begleiten uns die Pinguine und ziehen dann von Dannen. Und wir? Paddeln beseelt in den Hafen zurück, wieder über Seegras und diesmal die Wellen als „Motor“ im Rücken.
Simon’s Town war toll – aber hier in Hermanus war es einfach nicht zu toppen: verwöhnt von der Tierwelt und noch mehr Abenteuerfeeling auf dem riesigen Ozean mit einem begeisterten guide: Eines der schönsten Erlebnisse!!!
PS: Wir hatten keine Kameras dabei. Wir sollten uns laut Guide auf unser Abenteuer konzentrieren anstatt aufs Photo machen: wie wahr!

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