Vorstellungsrunde Teil 2- unsere Gast Autoren Jo Weber Biggi Hägemann und Claudia Cassens

So Ihr, heute nun Teil 2 unserer Gastautoren. Jo Weber, der mit seiner Familie in SA lebt, Claudia, unsere Namibia Spezialistin und Biggi Hägemann, unsere Ubomi Heldin!

Los geht es mit Jo und seinen Blog Kapstadt- Tipps für Auswanderer. Hier findet Ihr auch immer aktuelle News und einen kompetenten Ansprechpartner. Jo hat grade einen Beitrag über die aktuelle „Wasser-Situation“ in Kapstadt berichtet.

Hallo aus der Mother City.
Im Oktober 2010 bin ich spontan von Hamburg nach Kapstadt in Südafrika ausgewandert. Geplant war, dass ich dort 1 bis 2 Jahre bleibe. Sehr schnell habe ich mich allerdings in diese Stadt verliebt. Heute bin ich mit einer Südafrikanerin verheiratet, mit der ich einen Sohn habe, und arbeite in Kapstadt als Übersetzer. In meiner Freizeit bin ich in und um die Mother City unterwegs, an Stränden, auf Bergen, in Resorts und auf Farmen. Über die fantastischen Dinge, die Kapstadt und Umgebung zu bieten haben, schreibe ich einen Blog. Denn Kapstadt ist mein Leben und das möchte ich gerne teilen.

UBOMI! Ein Wort was mit Dir verbunden ist, Wer bist Du?

Biggi Hägemann, Gründerin von Ubomi

Ich lebe in Hannover und arbeite als Programmentwicklerin für die Jugendherbergen zwischen Nordsee und Sauerland. Im Januar 2016 habe ich Freunde in Kapstadt besucht, die im Township Khayelitsha leben. Mein Besuch hat mich nachhaltig bewegt. In Khayelitsha, dem größten Township Südafrikas, leben etwa eine Million Menschen. Noch immer herrschen – wie in allen Townships – Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Am meisten leiden darunter die Kinder. Für sie kann von Chancengleichheit keine Rede sein: Vielen Kindern mangelt es elementaren Dingen wie Nahrung, Schlafplätzen und Gesundheitsvorsorge, sie sind fast immer auf sich gestellt und verbringen ihre ganze Zeit auf der Straße. Viele sind verwaist und müssen sich ganz allein durchs Leben schlagen.

Thomas, der einzige „Umlungo“ (Weiße) hier im Township, lebt mit Khosi und ihren drei Jungs mitten in Khayelitsha. Bei meinem Besuch haben wir beschlossen etwas zu tun, um die Situation für die Kinder  im Township zu verbessern. Gemeinsam gründeten wir Ubomi. Im Ubomi bekommen die Kinder eine Chance auf (Über-)Leben: ein warmes Essen, Hausaufgabenbetreuung, Life-Skill-Trainings sowie Spiel-, Sport- und Kulturangebote.

Was verbindet dich mit Südafrika?

Ich liebe das Land in seiner Vielfalt und ich finde meine Zeit hier im Township immer sehr besonders. In unserem Projekt Ubomi steckt viel Herzblut, was kein Wunder ist, da die Kinder hier dein Herz im Sturm erobern. Trotz oder wegen der Umstände, unter denen Kinder hier aufwachsen, wie zum Beispiel permanentem Hunger und den Gefahren der Straße, sind die Kinder hier sehr besonders und jeden Tag im Ubomi-Haus mit so viel Begeisterung dabei. Uns ist es ein großes Anliegen, diesen Kindern eine sichere Insel zu bieten und sie gleichzeitig zu fördern und ihnen einen guten Weg zu ermöglichen.

Aufgrund von Armut, Chancenlosigkeit und als Folge der Apartheid bekommt das Leben einen geringeren Stellenwert, und oft wird nicht lange gefackelt. Auch Kinder sind hier einer permanenten Gefahr ausgesetzt – ein Zustand, der – wenn auch gewohnt – nie erträglicher wird. Eltern fürchten ständig, dass ihre Kinder Opfer von Bandenkriegen, Vergewaltigungen, Raubüberfällen oder ähnlichem werden. Umso wichtiger ist es, Inseln wie unser Ubomi-Haus zu schaffen, wo sich Kinder sicher fühlen können, familiäre Wärme erfahren und wo das Leben und Erleben im Zentrum steht. Unser Name „Ubomi“ , das Xhosa-Wort für Leben, ist hier sehr passend.

Was sollte man auf keinen Fall verpassen?

Das ist schwer zu sagen. Die Besonderheit dieses Landes liegt für mich in der Vielfalt. Mitten in der Stadt liegen diese unglaublichen Gebirgszüge und ermöglichen abenteuerliche Hikes hinauf auf den Lions head, Tafelberg oder Devils Peak, von wo aus man unglaubliche 360 Grad-Blicke auf die wunderschönen Küstenabschnitte Kapstadts hat. Zum Erfrischen kann man sich anschließend einen der zahlreichen Strände aussuchen und erfrischend ist das Wasser hier wirklich. Ich liebe es aber auch einfach an den schönen Küstenabschnitten entlangzufahren. Zum Beispiel an der False Bay,  über den Chapmans Peak oder von Gordons Bay bis Betty´s Bay, wo man dann auch noch mal die Pinguine besuchen kann. Schön ist auch die Stimmung ganz früh in Fish Hoek, wenn die Fischer ihre Boote ins Wasser lassen. Unbedingt erleben sollte man auch mal ein Sonntags-Konzert in Kirstenbosch. Hier treten vor der unglaublichen Kulisse des Tafelsberg immer wieder gute Bands oder Künstler auf. Hier unbedingt früh mit einem Picknick-Korb und einer Decke unter dem Arm ankommen und die entspannte Atmosphäre auf der Wiese vor der Bühne genießen, bis es losgeht.

Was kann man sich in Deinen Augen schenken?

Dazu fällt mir nichts ein. Ich finde alles gehört zur Vielfalt dieses schönen Landes. Aus meiner Sicht gehören natürlich auch die zahlreichen Townships dazu, die flächenmäßig den größten Teil Kapstadts ausmachen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich auch mal dieser Realität nähern. Ich werde auf jeden Fall weiterhin jedes Jahr für einige Wochen hier in Khayelitsha verbringen, Ubomi vorantreiben und gleichzeitig die schönen Ecken Südafrikas weiter entdecken. Sharp sharp.

Mein Name ist Claudia Cassens und ich schreibe für den Blog „Wildes Afrika“ Gastbeiträge über Namibia.

Ein paar Infos zu meiner Person: ich bin 53 Jahre alt, lebe in Neuss, habe eine Tochter und bin im letzten Jahr stolze Oma des kleinen Mio geworden. Reisen war schon immer meine große Leidenschaft und ich komme beruflich ursprünglich aus der Tourismus Branche.
Im Jahr meines 50. Geburtstages habe ich mir selber eine Reise nach Namibia geschenkt. Dieses Land (und Afrika im Allgemeinen) hat mich von je her fasziniert und die erste Reise dorthin (damals noch mit einem großen Reiseveranstalter) hat sämtliche Erwartungen übertroffen. Ich war so überwältigt von allen Eindrücken, die ich während der Rundreise gesammelt habe, dass ich ein halbes Jahr später wieder nach Namibia gereist bin.
Auf dieser Tour ist dann die Idee entstanden, selber Reisen nach Namibia zu organisieren in Kooperation mit einem travel agent aus Windhoek und dem Tourguide, mit dem ich bereits zweimal unterwegs war.
Im Februar fliege ich zum 6. Mal in dieses wunderschöne und außergewöhnliche Land, dieses Mal an die Atlantiküste um ganz alleine Urlaub zu machen und mir dabei weitere Hotels und Lodges anzuschauen. Im September geht es dann wieder mit einer Gruppe auf Rundreise in die Namib, nach Swakopmund, an der Skeletoncoast entlang bis hoch ins Kaokoveld und über Etosha zurück.

Was fasziniert so an Namibia, warum ist dies mein Sehnsuchtsland?

Es ist zum einen sicherlich die einzigartige und fantastische Landschaft und die unendliche Weite. Zum anderen ist es die Ruhe und natürlich sind es auch die sehr netten und aufgeschlossenen Menschen. Namibia berührt die Seele, entspannt und man besinnt sich wieder auf das Wesentliche. Auch die afrikanische Gelassenheit tut sehr gut besonders wenn man der westeuropäischen Hektik entfliehen möchte. Der Namibier lebt im Hier und Jetzt und macht sich nicht ständig Gedanken über das was die Zukunft bringen könnte. Das entschleunigt und beruhigt ungemein. Und man lernt wieder den Tag zu genießen und fünf gerade sein zu lassen.
Ich bezeichne Namibia mittlerweile als eine Wundertüte, jedes Mal wenn man sie öffnet kommt etwas Schönes dabei heraus. So haben sich im Laufe der letzten Jahre herzliche und schöne Kontakte ergeben, Freundschaften sind entstanden und wenn ich in Windhoek aus dem Flieger steige, habe ich das Gefühl, nach Hause zu kommen.

Was kann ich Reisenden empfehlen, die zum ersten Mal nach Nambia kommen?

Zunächst einmal, das Programm nicht zu sehr zu füllen, sondern lieber öfter zu fahren. Eine Rundreise mit den Highlights Kalahari, Fishriver Canyon, Sossusvlei, Swakopmund, Twyfelfontein und Etosha ist immer sehr schön und kann relativ entspannt in 2 Wochen gefahren werden.
Allerdings sollte man hier immer im Hinterkopf behalten, dass die Straßen im Süden zum größten Teil Schotterpisten sind, d.h nicht schnell befahrbar und teilweise recht gefährlich. Auch sollte man Reifen wechseln können, da ein Plattfuß keine Seltenheit ist.
Ab Windhoek kann man ebenfalls eine Rundreise durch den Norden machen mit dem Waterberg Massiv, dem Caprivi Strip, Botswana mit dem Chobe Park oder dem Okawango Delta und den Victoria Falls in Simbabwe. Auch diese Tour schafft man in 2 Wochen. Hier sind die Straßenverhältnisse etwas besser und man fährt hauptsächlich asphaltierte Wege. Unterkünfte gibt es für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Von Campingplätzen (die in der Regel ein sehr gutes Niveau haben) über einfache Gästefarmen, Hotels in allen Kategorien bis hin zu Luxuslodges ist alles vorhanden.
Überall werden Aktivitäten vor Ort angeboten, dies ist auch für Selbstfahrer interessant, da man dabei jede Menge Informationen besonders über die Tierwelt Namibias bekommt.
Mir fällt eigentlich nichts ein wovon ich abraten würde, wie gesagt, jeder hat eine eigene Vorstellung von seiner perfekten Rundreise.  Und ich habe auch selber noch nichts erlebt, das mir nicht gefallen hat. Es ist jedes mal anders und das ist das Schöne an Namibia. Abtauchen, für alles offen sein und sich überraschen lassen.
Also zögert nicht sondern besucht dieses fantastische und unglaublich schöne Land, es lohnt sich wirklich. Bis bald und tot ziens.

 

 

 

 

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